Automatron | Mein Eindruck

Dies ist ein Folgebeitrag zu dem Beitrag „Fallout 4 | Mein Eindruck“

Autor: ShapeBreak


 

Eine Ingeneursfrau will dem Commonwealth helfen, baut eine Roboterarmee auf und schickt sie da raus mit der obersten Direktive, sie sollen den Menschen helfen. Klingt erstmal toll. Die Roboter interpretieren diese Direktive jedoch als „Menschen sterben irgendwann und haben Angst davor. Wir sollten Ihnen dabei helfen, indem wir den unausweichlichen Tod nicht länger hinausschieben, sondern ihn sofort eintreten lassen“. Also wandeln diese durch die Gegend und machen Jagd auf Menschen.

Es werden in diesem DLC zwei neue Gegnertypen hinzugefügt. Zum einem diverse Roboter, welche die Welt durchstreifen und eine Raider Gruppe, die sich „Rust Devils“ nennt. Diese Raider Gruppe verschrottet Roboter und macht aus den Gewinnen tolle neue Rüstungsgegenstände, welche meiner Meinung nach fantastisch aussehen. Seht euch allein‘ die Helme an, die sie aus verschiedenen Robotergehäusen herstellen.

Neben neuen Rüstungsgegenständen gibt es auch neue Waffen. Von denen war ich aber eher weniger beeindruckt. Das Teslagewehr ist bestenfalls ein nettes Spielzeug, hat mich aber nie wirklich dazu bewegt es mal intensiver auszuprobieren oder über einen längeren Zeitraum damit zu kämpfen.

Was allerdings faszinierend bei diesem DLC war, ist die Möglichkeit einen Roboter als Begleiter zu haben. Den Einstieg macht der DLC-Storyrelevante NPC namens „Ada“. Hier lernt man die grundlegenden Unterschiede kennen, die zwischen humanen Begleitern und den Roboter Begleitern liegen. Beispielsweise benötigen die Bot Begleiter ein sogenanntes Reperatur Kit, um sich zu erholen. Ich muss sagen, das ist zwar nett, weil das Stimpaks spart, die man in Zukunft nicht mehr für seine Begleiter verbraucht, aber das bedeutet gleichzeitig auch, dass ich in Zukunft mehr essenzielle Items zu beachten habe. Macht wahrscheinlich nicht den großen Unterschied, aber ich bin dennoch eher von den Bot Begleitern abgeschreckt und bin bei den herkömmlichen Optionen geblieben. Warum? Ganz einfach.

Die Bot Begleiter haben Vorteile. Definitiv. Jedoch brauche ich erst eine Reihe von Modifkationen oder ein gewisses Level auf Rüstmeister, um den Bot so zu gestalten, wie ich ihn haben möchte, denn das ist deren einziger Vorteil. Dass man sie einfach bis zum geht nicht mehr modifizieren kann. Dinge, wie Persönlichkeit oder allgemein emotionale Bindung an meinen Begleiter sind hier komplett entfallen. Die Bots haben zwar „Persönlichkeitsmodule“, aber das ändert nicht wirklich viel, außer, dass Voice lines von „Roboter einsatzbereit“ zu „Guten Tag, Sir“ geändert werden.

Und selbst, wenn ich meine Bots mit 2 Gatling Lasern ausgestattet habe, erledige ich die Kämpfe dann doch lieber selbst. Ich merke eigentlich kaum einen Unterschied, ob ich jetzt Preston Garvey dabei habe oder „D34TH-B0T“, der auf seinem Rücken 2 Granatenwerfer und an den Armen ein Sägehammer plus Gatling Laser besitzt. Das wäre vielleicht mit meiner vorgeschlagenen Schadensdynamik etwas anderes. Beispielsweise mein Straßenkampf-Szenario. Ich bin an der Bushaltestelle und mein Roboter steht mitten auf der Straße und zerbombt einfach alles, was vorne sich breit gemacht hat, DANN wäre die Situation eine andere! Dann wären die Bot Begleiter für mich eine wirkliche Option. Denn dann muss ich auch wieder unterscheiden. Für die Straßenkämpfe, wäre ein Wachbot, welcher bis zum Maximum gemoddet ist, natürlich perfekt. Dieser passt dann aber nicht mehr in enge Gänge, was das erkunden von Gebäuden mit diesem Bot unmöglich macht. Dort muss ich dann einen kleineren Bot mitnehmen oder einen Begleiter. Naja, da muss man dann auch ganz viel fixen. Beispielsweise, dass kleine bis Mittelgroße Bots dann keine GATLING LASER mehr bei sich tragen können, weil die Proportionen einfach unrealistisch wären. Weil das geht nämlich zur Zeit.

Jo, ansonsten kommen nur noch die neue Roboter Werkbank dazu und ein Suchscheinwerfer, den man an der Wand platzieren kann.

Die Story hat mir nicht gefallen, war mir zu sehr verstecken spielen, als konkret etwas erleben. Es war halt mehr ein „Hihi, ich bin der Mechanist und du musst erst irgendwie dies und das erledigen, bevor du in meinen nervigen Schlauchlevelartigen Unterschlupf einbrechen kannst und dich unnötig durch die Hallen ballern musst“. Ich hatte keinen interessanten Storyverlauf. Und den Anfang hat Bethesda auch nicht gut hinbekommen. Du empfängst einen Notruf, gehst hin und alle sind schon tot. Warum kann nicht diese Gruppe nicht irgendwo Rast machen und von dort aus ein Hilferuf senden? So, wie ich das verstanden habe, sind die von Norden gekommen und sind seitdem auf Angriffe gestoßen. Warum nicht bei Tenpines Bluff halt machen und die Siedler da rufen die Minute Men, deren Anführer ich bin? Dann kann man die ganze Gruppe kennen lernen und nicht nur Ada. So, wie der Einstieg da abgelaufen ist, kam es mir eher vor, wie ein Angriff auf einen Kontrollpunkt, nur dass derjenige, welcher dort als einziger überlebt mir auf die nerven geht und mir seine Rachepläne aufzwingt.

Da die Story komplett auf einer extrinsischen Motivation aufbaut, habe ich schon von Anfang an kein Interesse gehabt und habe mich mühselig durch den unspannenden Aufbau durchgespielt.


Extrinsische Motivation

Motivation, welche nicht vom Individuum erzeugt wird, sondern durch äußerliche Einwirkung auf den Spieler entsteht. Bekannte extrinsische Motivationen können Belohnungen, wie Geld oder gute Schulnoten aber auch Ängste sein, wie die Androhung von Gewalt oder einer Bestrafung. Wettbewerbe (z.B. Kompetitiver Multiplayer) sind generell extrinsisch, da es die Teilnehmer anspornt zu gewinnen und die anderen Spieler besiegen zu wollen. Dies kann sogar den Anreiz einer Belohnung innerhalb des Spiels übersteigen. Ein Publikum, welches das Individuum anfeuert unterstützt die extrinsische Motivation.


Statt mich mit der Gruppe bei Tenpines Bluff anzufreunden und dann selber auf Vergeltung aus zu sein, nachdem diese getötet wird, muss ich mir das von Ada geben. Oder! Warum muss die Gruppe denn generell sterben!? Kann ich nicht aus reiner Gefahrenquelle den Tod des Mechanists wollen? Ich meine, als Anführer der Minute Men will ich das Commonwealth vor diesen Robotern beschützen. Als Mitglied der stählernden Bruderschaft bekomme ich den Auftrag diese KETZEREI zu beenden. Und als die Railroad will ich herausfinden, was denn eigentlich Ziel des Mechanists ist und kämpfe meinetwegen für die Rechte dieser Roboter. Und DABEI kann mir doch eine Gruppe helfen und nicht nur Ada. Jedes Mitglied kann eine besondere Funktion haben, statt diesen Schweizer Alleskönner dabei zu haben. Naja, ich rege mich schon wieder viel zu sehr auf, bevor ich noch weiter ausschweife, was man in der Story alles besser machen hätte können, beende ich hier meine Rage. Ich will nicht sagen, dass das ein kompletter Reinfall ist, aber man hätte es definitiv besser machen können. Das DLC ist interessant und ihr könnt alle Inhalte gut in euer bisheriges Erlebnis einbinden, das funktioniert alles super. Aber die Story wird euch ein wenig enttäuschen.

Bewertung: 6/10

 

Mit diesen Worten verabschiede ich mich nun.
Danke für’s lesen. 🙂

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